»Den Glauben? An was? Ans Lernen, an deine Fähigkeiten?«
»Den Glauben an Gott!«
»Den Glauben an Gott verloren? Das versteh ich nicht.«
»Es ist auch nicht so, ich kann’s nur nicht sagen.«
»Solltest du in schlechte Gesellschaft geraten sein?«
»Beim Religionsunterricht.«
»Ja, was redest denn, Elias!« rief der Vater, »gerade der Religionsunterricht in Ruppersbach hat dich dahingebracht, daß du Priester werden wolltest!«
»Das war der Religionsunterricht bei unserem Herrn Pfarrer. Wo wir immer von Gott gehört haben, der uns alle auf den Händen trägt und nicht verläßt, von Jesum Christum, dem lieben Heiland, und wie er uns lehrt und tröstet, durch sein heiliges Vorbild und Opfer uns zum ewigen Leben führt. Aber im Seminar ist das was anderes.«
»Wieso? Liegt’s an dem Religionslehrer?«
»Oh, der ist gut. Der hat mich immer gefragt, warum mir denn kein Essen schmeckt, warum ich so schlecht aussehe, ob mir was wäre? Ob ich warme Kleider hätte? Von Religion hat er mir nie was gesagt außer der Stunde. Er kann auch nichts dafür, daß es in der Schule so vorgeschrieben ist.«