„Bravo!“ kreischte der Saufüssel.
Schwups! hatte er des Meisters Knieriemen am Rücken, daß es klatschte.
„Wird schon geschlagen? Wird schon?“ So der alte Einleger Michel und stolperte hastig vom Ofenwinkel hervor.
„Ich thu auch mit!“ schrie die Michelin, krallte ihre Finger in die Luft und schoß herfür.
„Herrgott, steh auf, wir fangen an!“ rief der Alte lustig.
„Zuschlagen, zuschlagen!“ schrie sie und beide huschten ganz gespenstisch in der Stube herum, so daß wir uns alle fragten: Was haben denn die Alten? Als sie es endlich merkten, daß das Zuschlagen sich nicht auf die großen Herren und auf die reichen Bauern bezog, sondern bloß auf den Schusterjungen, schraken sie zusammen wie Nachtwandler, die plötzlich geweckt werden, und lallend taumelten sie wieder zurück in ihren Herdwinkel.
Freund, das war unheimlich, als aus diesen zwei sonst so schicksalsergebenen, kriecherisch demütigen, uralten Leutchen auf einmal die Bestie hervorpfiff! Mir ging’s ganz kalt über den Rücken.
Der fremde Schlosser hatte die Bewegung mit höchstem Wohlgefallen beobachtet. „Tapfer! Alles rot, die Jugend und das Alter!“ so begann er eine Rede, die unterbrochen wurde. Der Hausvater war schon eine Weile am Tisch gekniet, den Daumen an die Stirn legend, um bei der ersten Pause des Aufruhrs laut das Kreuz zu machen und den Psalter zu beginnen. Seht, als der Schlosser neu einsetzte, legte er los. Auch die Schuster beteten natürlich mit, während sie den Draht zogen, die Sohle hämmerten und mit der Zange das Leder über den Leisten zwängten. Der Schlosser wußte gar nicht, wie ihm geschah, zu diesem Schloß hatte er keinen Schlüssel. Wie er jetzt — während zu den Fenstern das Abendrot hereinschien — mit seinen weltumstürzlerischen Plänen mitten unter Betenden so stand! Im Widerstreite, ob er sich hinknieen sollte, oder setzen, oder fortgehen, blieb er mitten in der Stube stehen wie gebannt. Plötzlich brach der Hausvater das Gebet ab und auch wir anderen zuckten auf. Da schritt er zum Schlosser hin und sprach nicht laut aber deutlich: „Wer in ein fremdes Haus geht, der muß sich nach dem Hausbrauch richten. Wenn der Herr nicht mitbeten will, so soll er hinausgehen.“
Der Mann hatte jedoch ein Nachtquartier und für den nächsten Morgen ein Frühstück nötig, so bog er sich.