Sagte der Rocherl trutzig: „Warum soll’s nit wahr sein! Es ist wahr.“
„Christi Heiland!“ rief die Mutter. „Du hättest den Schusterbuben in die Hütten gesperrt! Daß er auf den Tod ist worden! Ja warum denn, gottverlassener Mensch!“
Der Rocherl blickte um sich, blickte die Barbel an, den Vater, endlich auch die Mutter, und antwortete: „Das kann ich nit sagen.“
„Die Marenzel schreit herum, sie werde dich von den Schandarmen abholen lassen. Da wolltest du ein bissel länger sitzen müssen, als ihr Clemens in der Hütten!“
Der Rocherl nichts, als ein Achselzucken.
Später habe ich ihm draußen unter den Kirschbäumen zu bedenken gegeben, daß er den abscheulichen Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen dürfe. Da wird er zornig und schreit: „Stell’ dich nit so blöd’! Du weißt es recht gut, wie es ist. Mich rechtfertigen — nichts leichter, als das! Soll sich die Barbel das Herz abkränken, wenn sie den Schimpf erfährt? Und den Vater der Schlag treffen wegen des Hasenschreckers und was dran ist zu verstehen gewest? Laß mich aus, da will ich lieber mit den Federbuschmännern davonspazieren.“ — ’s ist doch ein Kerl zum Küssen.
Der Konflikt ist zur Stunde aber schon gelöst und die Barbel hat’s gethan. Die Barbel ging hinab zum kranken Clemens um ihn zu trösten und auszufragen, wie es gekommen sei. Beim Jungen war vorher gerade der Kurat gewesen mit den Sterbesakramenten.
Der Kranke soll ihr gleich die glühheiße Hand entgegengestreckt haben und sie um Verzeihung gebeten.
„Was hab’ denn ich dir zu verzeihen?“ hat sie gefragt.