„— Das mit dem Hasenschrecker und dem Kind vor deinem Fensterl.“ — So hat sie’s von ihm selbst erfahren. Mit keinem Auge soll sie gezuckt haben. Sie gab ihm die Hand: „Wegen meiner sollst in Frieden sein, Clemens. Ich trag’, was mein ist.“

Und wie hat der Rocherl dreingeschaut, als das Mädel heimkommt und zu ihm sagt: „Bruder, der Clemens laßt dich grüßen und bitten, daß du ihm verzeihst. Er thut’s auch dir.“

Jetzt ist’s ihnen beiden leid, wenn der Saufüsselbub sterben muß. Die Mutter weiß auch davon, nur der Vater kann immer noch nicht begreifen, was doch dem Rocherl mag eingefallen sein. Er will übrigens jetzt die Barbel auf eine Alm schicken in die Sennhütte, damit sie ihre Schwermut sollt’ verlieren. O einfältiger Adam du! —

Nachschrift. Um Mitternacht. Mir zittern die Hände und doch muß es dir noch geschrieben werden. Eine plötzliche Veränderung wollte es nehmen.

Nachdem ich den Brief an dich geschlossen, war im Stalle den Ochsen noch Reisigstreu hinzuschütten. Ich thue das mit der eisernen dreispießigen Gabel, und da springt der Rocherl rasch zur Thür herein, auf mich zu und reißt mir heftig die Gabel aus der Hand. An seinem Munde weißer Schaum, die Waffe zückt er gegen mich, während ich sie noch am Stiel erfasse und ablenke.

„Was willst du, Mensch!“

„Hund, ich stech’ dich nieder!“ schnauft er. Wir ringen um die Gabel. Er ist von Sinnen! Er ist von Sinnen! sonst kann ich nichts denken. Sein einziger Arm hat dreifache Kraft, wie zwei Tiger, so ringen wir, von einer Wand zur andern fahrend, daß es dröhnt, bis endlich die Streugabel in meiner gehobenen Hand bleibt.

Starr stehen wir uns gegenüber.

„Was bedeutet das?“ frage ich.

„Das wirst du schon selber wissen!“ sagt er knirschend.