„Sollte er noch nichts ahnen?“
„Er ist ein altes Kind.“
„Dann steht dem armen Mädel das Schlimmste noch bevor,“ sagt er mit einem Seufzer. Plötzlich stößt er heraus: „Freund, wie oft habe ich diese Stunde verflucht!“
„Wie jeder, den die Liebe traf!“
„Diese verdammte Liebe!“
„Mein Freund, die Liebe ist nicht verdammt!“
„Sie ist anders, als man sich sie vorstellt! Da schleicht sie an, wie ein Engel, der durchs Zimmer geht — so fromm, so arglos. — Warum bleibt’s nicht dabei?“
„Ho, Falberle, ho!“ Denn die Ochsen zogen an. Der Karren ging quixend vorwärts, der Lehrer schritt daneben her, stützte sich immer an das Karrenjoch und sprach leise, rasch, fieberhaft: „Dumm wäre es und schlecht wäre es, eine Rechtfertigung zu versuchen. Ich bin ja doch selber Schuld, ganz allein ich. Die geschwisterliche Traulichkeit läßt man sich nicht genug sein. In Gedanken wird gezündelt und immer gezündelt — wochenlang, und immer in Gedanken gezündelt. Man sinnet sich ein, man regt sich auf, man sucht Gelegenheiten und führt die unschuldige Liebe spazieren, wohin sie nicht gehört. Ganz unversehens ist’s da, Leidenschaft und Gelegenheit beisammen und der Teufel ist los.“
„Und das Philosophieren hinten drein hilft nichts,“ sage ich.
„Wenn ich’s allein zu tragen hätte — nicht ein Wort! Mit Wonne würde ich büßen.“