Nun bin ich aber vom Karren gesprungen, habe den Lehrer an den Rockflügeln gepackt: „Sage mir klar, willst du sie heiraten oder nicht? Ja oder nein!“
Er ist gar nicht arg verblüfft, sondern entgegnet: „Wenn du es wirklich wissen wolltest, Freund Hans, das wäre nicht das richtige Fragen. Mit einer Schreckensherrschaft dürftest du wenig ausrichten. Wenn ich dir eine Antwort gebe, so geschieht es, weil ich sie geben will. Und daß sie nicht eine plötzliche etwa gar herausgezwungene, sondern eine vorbereitete ist, sollst du aus diesen Vorlagen sehen, wenn du die Güte hast!“
Er zieht aus seiner Tasche Briefschaften. Die eine ist der Bescheid seiner Zuständigkeitsgemeinde, die gegen eine Verehelichung nichts einzuwenden hat. Die andere Schrift ist eine Abantwortung von der Lehrerbehörde; sie sei dermalen nicht in der Lage, den provisorischen Lehrer Herrn Guido Winter definitiv anzustellen, respektiv sein Gehalt von dreihundert Gulden zu erhöhen.
Ich lege die Schriften in seine Hand zurück und sage: „Das soll also die Antwort sein!“ Doch ist meine Stimme durchaus nicht mehr so zuversichtlich laut. Mit dreihundert Gulden heiraten! Und eine alte Mutter, glaube ich, ist auch noch da.
„Das ist nur die Antwort, weshalb ich gezögert habe,“ sagt der Lehrer. „Es wird trotzdem ernst. Ich habe einmal ein Duell abgelehnt. Der damals erspart gebliebene Mut ist jetzt gut hernehmen. Ich heirate mein Mädel auf dreihundert Gulden.“
„Gut,“ sage ich, „beim Mädel bleibt’s. Das steht fest.“
„Wie der Rechenstein!“
„Wie der Rechenstein. Des Weiteren wegen sprechen wir noch. Du weißt, daß ich dein Freund bin. Und jetzt müssen wir den Berg hinan alle drei, ich und die Öchslein. Sage mir noch, Guido, wann erwartet sie?“
„Um den ersten Teil des September.“