Glaubst du, daß es gut ist, wenn man seinen Kopf in den Sand vergräbt? Nach meiner Meinung ist die Furcht vor einem bevorstehenden Unglück heilsam, sie nimmt schon einen Teil des Leidens vorweg. So wie die zu große Hoffnung auf ein kommendes Glück dasselbe schädigt, weil die übermaßige Erwartung enttäuscht wird, so erscheint nach großer Angst vor dem Ungemach dasselbe thatsächlich selten so schlimm, als man sich’s vorgestellt. Also sollte doch auch mein Adam das kommende Unheil tapfer vorweg fürchten, damit es ihn dann nicht in plötzlicher Wucht niederstoßen kann.

Tapfer fürchten! habe ich gesagt. Du verstehst, Philosoph.

Dreißigster Sonntag

Am dreißigsten Sonntage.

Das emsige Heuen, das heiße Heuen drängt alles andere in den Winkel. Alles ungute Denken und alles wehe Bangen. Die Barbel ist auch auf den Wiesen in ihrer wulstigen Joppe und mit ihrem langstieligen Rechen. Einmal hatte sie ein Liedel gedrällert:

„Es ging ein Knab’ spazieren

Wohl heimlich bei der Nacht ...“

„So ist’s recht, Mädel!“ rief der Adam helle aus. „Junge Leut’ müssen lustig sein!“