„Wen? Diesen hergelaufenen Zottel?“

„Weißt du denn was Schlechtes über ihn?“

„Diesen Zottel, diesen blatternarbigen Zottel!“

„Na, wenn’s nur die Blatternarben sind, dann bin ich schon wieder beruhigt.“

Jetzt schrie er mich an: „Du mußt auch um nichts besser sein, weil du ihm so das Wort redest!“

„Na freilich nicht. Wer ist denn überhaupt besser? Sei klug, Rocherl, und frage dich selber einmal, wie es dir hätte gehen können, damals auf der Alm, wenn dich die Lotter nicht noch rechtzeitig durchgedroschen hätten. — Du hast den Draht gebrochen. Was sollen wir jetzt machen mit dem verstopften Rohr?“

Er sagte nichts mehr, lehnte sich traurig an einen Baumstamm.

Nicht lange hernach erscholl der Ruf zum Mittagsmahl. Als ich in die Stube kam, stand an der Herdecke noch der Lehrer und an seinen zuckenden Mienen merkte ich, daß etwas nicht richtig war. Die Barbel sah ich nirgends, die war in ihrer Kammer. Wir andern setzten uns nach dem Gebet an den Tisch, wie immer. Der Hausvater schob einen verzinnten Blechlöffel, es war der bessere, für Gäste, über das Tischtuch und sagte: „Bitt’ gar schön! Die Ehr’ auf einen Löffel Suppen thu’ uns der Herr Lehrer nit versagen! Wenn man so hoch heraufsteigt, da mag man nachher schon was Warmes.“

Der Lehrer trat einen Schritt vor und sprach: „Könnte wohl keinen Bissen essen, jetzt!“ Schon das Wort würgte ihn im Halse.

„Ist’s wie der Will’, jetzt thun wir einmal mittagessen,“ sagte der Adam und schnitt Brot in die Schüssel.