Der Lehrer wandte sich ein wenig gegen mich: „Der Hans soll’s wohl auch wissen, warum ich da bin. Es ist kein Geheimnis, daß ich die Haustochter Barbel zu meinem Weib begehre.“

Der Adam legte den Brotlaib hin, legte das Messer hin und sprach mit schwankender Stimme: „Thut’s mich nit so peinigen, meine lieben Leut’. Ich derkenn’ ja die Ehr’, daß unsere Tochter so eine Heirat kunnt machen. Aber zu jung. Noch allzujung. Gelt, Mutter, ’s wär noch zu früh?“

Seine Berufung auf die Hausmutter war keine glückliche.

„Zu jung?“ sagte sie, „das möcht’ wohl kein Unglück sein. Älter wird der Mensch. Und haben schon jüngere geheiratet. Daß sie sich gern haben, das zeigt sich ja. Das zeigt sich ja wohl leider Gottes! —“

Der Hausvater hatte sich auf die Bank gesetzt, legte die Hände ineinander und man merkte ihm eine schwere Beklemmung an, als er sagte: „Wie das hart ist, wenn man auf einmal sein Kind sollt weggeben...“

Ging sein Weib vom Herde an den Tisch, setzte sich zu ihm, ganz nahe und sprach fast zärtlich: „Wird uns halt sonst nichts übrig bleiben, Adam. Wird wohl sein müssen. Die paar drei Wochen sind bald vorbei, die sie noch hat. Wenn sie gleich anfangen, kann’s noch zu rechter Zeit in Ordnung gebracht werden.“

Jetzt schaute der Adam auf sein Weib, dann auf den Lehrer, dann wieder auf sein Weib. Sein Gesicht war völlig fremd, in gemütlichem Tone, aber recht heiser sagte er: „So, so. — Ist’s wohl doch wahr. — Hab’s nit glauben wollen. — Hab’s nit glauben wollen. — Die Barbel. — Meine Barbel... Nachher freilich wohl....“

Allsogleich nach diesen Worten wandte die Hausmutter sich ganz vergnügt dem Lehrer zu: „Nachher thät’s ja so weit richtig sein. — Geh’, Franzel, ruf’ die Dirn’. Das dumme Ding soll doch herkommen. Zum Schamen ist’s schon lang’ zu spät. Kann Gott danken, daß es noch so ausgeht. — Aber thu’ sich der Herr Lehrer doch hersetzen zum Tisch. Jetzt wird er halt schon thun müssen, wie daheim und ein Bauernessen nit verschmähen. — Was hat denn der Vater? — — Jesus Maria, was hat denn der Vater?!“

Unser Hausvater hatte sich in den Winkel gelehnt. Matt röchelte es in seiner Brust.