Kein Atemzug mehr, sein verkalktes Aug’ starrt leer dahin. Da sinkt das Weib aufs Knie: „Kreuzsterbender Jesu, erbarme dich seiner!“ Und schreit: „Adam! Adam! Ohne Behütgottnehmen gehst du mir fort? — Mein Mann, mein lieber Mann! — Adam!“ — — Dann knickt sie zusammen: „’s ist aus und ’s ist vorbei.“
Und wie das Klagen angeht in der Stube, richtet sich die Hausmutter auf und schreit: „Still sein thut’s! Daß wir noch ein zweites Unglück kunnten haben!“
Der Franzel, der die Barbel hätte rufen sollen, war immer noch an der Thür gestanden. Jetzt ging die Mutter zu ihr hinaus. „Hast recht,“ sagte sie zum Mädel, „hast schon recht, daß du in deinem Stübel bleibst. Bei uns in der Stuben hat’s wieder einmal was gegeben. Der Vater will nit. — Mach’ dir aber nichts draus, er wird schon wollen, du kennst ihn ja. Bis der Sturm vorbei ist. Den Dampf hat er auch wieder. Ist nur am gescheitesten, du zeigst dich derweil nit auf.“
Eine ganz unglaubliche Verstellung, aber du wirst dir’s denken, weshalb dem Mädel der plötzliche Schreck zu ersparen war.
Der Lehrer hat dem Adam noch die Weste aufgerissen und sein Ohr an die Brust gehalten. An die stille Brust.
Ich nehme ihn an der Hand: „Guido, komm, du hast jetzt etwas Anderes zu thun. Geh’ zu ihr. Führe sie hinaus über die Felder spazieren und bereite sie langsam vor.“
Da hieb der Lehrer sich die Faust an die Stirn: „Ich bin an allem Schuld!“
„Jetzt heißt’s ein starker Mensch sein! Ich sage dir, geh’ zu ihr hinaus. Nötiger wie jetzt hat sie deinen Beistand wohl ihr Lebtag nimmer!“
Da ist er hinausgegangen, da sind sie beide über den Hof gegangen und dem Rain entlang.