Von den Landwächtern und ihrem Gefangenen ist bald nichts mehr zu sehen gewesen, als das letzte Funkeln der Spieße zwischen den Bäumen her, die am Hohlwege stehen.


Nachschrift. Es wird gut sein, Freund, wenn du diese meine Briefe der letzten Monate ganz wegthust. Falls ich noch einmal zurückkehre in die gebildete Welt, würden sie mich dort unmöglich machen. Diese Parteilichkeit für Arbeit und arme Leute! Diese Lobpreisung des Gottesglaubens! Diese Voranstellung des Menschen auf Kosten des Soldaten. — Es ist unglaublich, wie schnell man verbauert!

Achtunddreißigster Sonntag

Am achtunddreißigsten Sonntage.

Im Adamshause geht es, als ob es nie anders gegangen wäre. Und wie anders war es noch vor wenigen Wochen! Schon dazumal glaubten wir schwer zu tragen, und war doch eine wahre Glückszeit, im Vergleich zu heute. Prächtig stand das Korn auf den Feldern, die Barbel pflegte in seliger Erwartung den Hausgarten, der Vater arbeitete arglos auf der Wiese, der Valentin hoffte auf Urlaub zu kommen und der Rocherl ging noch im Hofe herum. Heute ist das Korn und der Adam tief in die Erde geschlagen. Die Barbel liegt in der Kammer, der Valentin sitzt im Stockhaus. Der Rocherl ist fort.

Und wenn nun Tage kämen, im Vergleich zu denen diese Gegenwart noch eine Glückszeit wäre! Was mag der harte Herrgott noch alles in seinem Zeughause haben! Manchmal möchte man ihm schon den ganzen Krempel vor die Füße werfen: Foppe du andere Leut’ mit deiner schönen Welt! — Die Hausmutter zeigt diesem Herrgott manchmal die Zähne, dann kniet sie doch wieder demütig hin und betet: Dein Wille geschehe!

Der Rocherl ist in Verlust geraten. Seit dem Begräbnistage, als man ihm zugemutet, jenes Trühlein zu tragen, ist er nicht mehr gesehen worden im Almgai. Nichts hat er mitgenommen, als was er am Leibe trug, und die alte Flinte. Bei den Almhütten oben soll er einmal gewahrt worden sein und später in einer Kohlenbrennerhöhle ganz hinten im Waldthale. Der Jäger Konrad heißt es, spähe ihm nach. Natürlich, wenn er die Flinte mithat! Der Rocherl soll aber gesagt haben, er wisse sich andere Böcke, die den Jäger nichts angingen! — Man weiß nicht, wie solche Reden zu verstehen sind. O Gott, wenn man’s nur nicht wüßte! Dieses verhängnisvolle Lieben und Hassen an unrechter Stelle! Es müssen ihm rein die Sinne verwirrt worden sein. Man sollte ihn nicht aus den Augen lassen, meint der Konrad.