„Dann müßte ich noch einmal Licht machen“, sagt er, „denn im Dunkeln ist’s unheimlich, von solchen Sachen zu sprechen. Ich wollte es eigentlich für mich behalten. Doch weil wir schon dran sind. Weitersagen sollst es nicht, denn es kann mich getäuscht haben. Es kann ein Anderer gewesen sein. — Er soll ja dem Bruder nach sein, sagt ihr.“

„Sprichst du vom Rocherl?“

„Gestern abends, als ich durch den Edelbrand gehe, fällt es mir auf, daß hinter einem Stein, der unter Rotkiefern steht, sich etwas bewegt, ein Mensch, der sich duckt. Wie ich hintreten will, um zu sehen, wer es ist, springt Einer auf und in das Dickicht. Ein Schußgewehr hat er bei sich gehabt und der Adamshauser Rocherl ist’s gewesen.“

„Hast du ihn sicher erkannt?“

„Ich werde mich nicht getäuscht haben. Er hatte eine Hand in der Binde. Mit der andern hat er auf mich schießen wollen, ich bin überzeugt.“

„Lehrer!“ sage ich, „solche Dinge redet man nicht so leichtsinnig heraus. Auf dich schießen wollen, was ist das für eine Rede! Erstens ist er’s gar nicht gewesen, in der Binde können auch andere Leute ihre Hände tragen und zweitens ist’s ein windiger Wildschütz gewesen, den du auf seinem Anstand gestört hast.“

Der Winter versetzt: „Gut, ich will sagen, es kann mich betrogen haben, ich will es sagen. Bei mir selber bin ich fest überzeugt, es war der Rocherl und der hat mich erschießen wollen.“

„So sage doch, welche Gründe du hast zu dem fürchterlichen Argwohn! Müßte denn schon das böse Gewissen sein über dein fortwährendes Säumen mit der Barbel. Es hat ja thatsächlich den Anschein, als wolltest du auskneifen, in diesem Falle wäre ein faustischer Valentin ganz an rechter Stelle.“

„Mein Lieber!“ sagt er, „wenn dieser Mensch nach dem Verlobten seiner Schwester schießt, so ist es — Eifersucht.“

Ich stutze, also wäre ich mit meinem Verdachte doch nicht allein. Aber zugegeben habe ich es dem Lehrer nicht.