„Mit uns? Mit der Barbel und mir? Was wird’s denn sein! Das Rainhäusel werden wir uns sauber herrichten lassen für den Sommer und Herbst. Im Frühjahr und Winter werden wir draußen in Kailing wohnen. Dort ist’s auch schön. Oder gar in einer Stadt, wenn’s uns freut.“
Darauf die Hausmutter: „Ja, Hansel, bist denn du nit gescheit?“
„Ihr wisset es wohl doch schon lang, daß ich ein verwunschener Stadtherr bin. Ein reicher Mann hat mich heraufgeschickt ins Almgai und mir viel Geld versprochen, wenn ich Euch ein ganzes Jahr lang arbeiten helfe wie ein Knecht.“
„Das ist erstunken!“ erklärt die Hausmutter.
„Daß der reiche Mann mir für das Bauernjahr viel Geld versprochen hat, ist wohl wahr. Ob er’s aber auch hergiebt? Das mag schon erstunken sein. Und wenn’s ist, auch gut, dann weiß ich mir mit der Feder was zu machen.“
„Mit der Feder? Solltest du gar ein gelernter Uhrmacher sein?“
„Mit der Schreibfeder. Es wird’s schon thun, gelt, Barbel!“
Die Hausmutter thut, als ob sie plötzlich vom Himmel gefallen wäre. Sie schlägt sprachlos die Hände zusammen. Und als sie soweit die Sprache wieder erlangt, will sie es noch einmal hören. — „Mit der Schreibfeder?! Mit der Schreibfeder, sagt er?! Leut’, ich weiß nit, bin ich ein Narr, oder ist es der! Ein Stubenschreiber! Warum nit gar ein Zeitungschreiber! Ja, wenn’s ein Solcher thut sein! Ein Solcher? Nein, nachher g’reut’s mich, da darf’s nit sein! Da darf’s heilig nit sein! Das wären Geschichten! Nein, sage ich!“
Nun hat ein starkes Streiten angefangen, die Mutter wird immer noch zorniger. Die Kinder verteidigen mich und stellen ihr vor, wie brav und rechtschaffen der Hansel gewesen wäre, das ganze Jahr.
„So!“ fährt sie auf, „brav und rechtschaffen! Die ledige Falschheit ist er gewesen. Wenn er sich für einen Knecht ausgiebt und ist keiner. Das ist doch die ledige Falschheit. — Daß du’s weißt, Hansel, jetzt ist dein Jahr aus. Pack’ z’samm’ und geh!“