„Aber im Ernste? Aber wirklich? — O du vertracktes Mädel!“ ruft er hell, fast lustig aus. „Und wen denn?“

„Mich.“

„Wen sie genommen hat, frage ich.“

„Mich.“

„Na, hörst du, Hans, das sind mir abgeschmackte Späße. Ich dachte wirklich schon.“

Er betrug sich ganz anders, als ich mir vorgestellt hatte. Auf meine neuerliche Versicherung, daß wir während seiner Abwesenheit geheiratet haben, begann er endlich doch etwas bestürzt zu werden. „Das hätte ich nicht für möglich gehalten,“ sagte er.

„Du hast es selbst möglich gemacht, mein lieber Winter.“

Er bohrte seinen Stock in den Schnee ein und murmelte: „So so — so so. Nun, mir kann’s recht sein. Habe es ja geahnt, daß sie mich nicht liebt, vielleicht nie geliebt hat. Sie war klug — hat abgerissen. Auch gut. — Auch gut. — Was mich aber wundert,“ und jetzt wurde sein Gesichtsausdruck ungut, „was mich wundert, das ist mein treuer Freund Hans Trautendorffer, der sich erst so viele Mühe gab, seine Geliebte einem andern anzuheiraten. Erst als er sie anderweitig nicht an Mann brachte, nahm er sie selber. Sehr vornehm das, Herr Trautendorffer. Empfehle mich Ihrer ferneren Freundschaft!“

Damit ging er mit stolzen Schritten davon, der Schlucht entlang.

Donnerwetter, das war ein Abgang! Ich bin zerschmettert. — Aber ich gönne ihm den Effekt, mein Vorteil ist mir lieber. Und glücklich bin ich, daß es so abgelaufen; mir war — um offen zu sein — vor diesem Momente ein wenig bange gewesen.