„Na freilich wird der Mensch ruhig sitzen bleiben, wenn er hört, daß alles gegen seiner ist. Daß sie nichts als neue Sachen und alleweil nur neue Sachen aufbringen wollen, bei denen der Bauernstand zu Grund’ geht. Da verschlagt’s oft gar einem andern die Red’, der gut auf der Brust ist.“
„Na, so red’ halt gar nichts,“ riet sie. „Wenn’s eh nichts hilft. Dein Geld kriegst doch.“
Jetzt schaute er sie an. Das war stark. Der Blick war stark. So einen hatte ich bislang an meinem Hausvater nicht gesehen.
In etwas sänftiglicherem Ton sagte sie: „Wer Kinder hat, soll’s nit verschmähen. Macht doch allerhand Bekanntschaften dabei, die man einmal zu brauchen haben kann. Denk’ an den Valentin. Wer weiß, ob du für ihn nit was thun kannst, wenn du Landbot’ bist. Denk an den Franzel. Der wird auch nit alleweil im Almgai bleiben wollen.“
„Warum denn nit! Wir sind seit undenklichen Zeiten verblieben auf dem Hof.“
„Mein Gott, wenn er sein Glück anderswo finden kann —“
„Bleiben soll er!“ rief der Hausvater heftig. „Und mit deinem dummen Reden kannst mir aufhören. Mit deinem schlechten Reden! Sich wählen und zahlen lassen dafür, daß man dabei seinen eigenen Vorteil sucht!“
„Uh du lieber Gott! Den werden andere wohl auch suchen. Deswegen sitzen sie ja drinnen, daß sie ihren Vorteil suchen.“
„Bieg’ mir die Worte nit um, Weib! Ob einer den Vorteil für seinen Stand oder für sein Haus sucht, das wird wohl ein Unterschied sein. Nit?“