Vor Aufregung zitterte er. Da hoben sich seine Achseln, es hob sich seine Brust. Wieder die schreckliche Not — und heftiger als je.
Die Hausmutter that sehr gelassen beim Herde um, als sehe sie’s nicht. — Er soll nur ein wenig zappeln, mochte sie denken, geschieht ihm recht. Warum giftet er sich so in die Hitz’ hinein, wegen Sachen, die sich gar nicht auszahlen.
Er hielt seinen Mund über den Rauch des knisternden Krautes, aber der Krampf wollte diesmal nicht nachlassen. Erbärmlich rang er um das bißchen Luft, die Stirnadern, die Halsadern schwollen ihm zum Bersten, die Lippen zuckten, die Augen traten hervor.
„Jesus Maria! — Rocherl!“ schrie die Hausmutter. Der erschrockene Bursche langte von der Wandstelle die Weihekerze, um sie anzuzünden. Die Barbel lief zum Brunnen um frisches Wasser. Mit dem labte sie ihn und sagte dabei fortwährend: „Vater! — Vater! — Vater!“
Er tastete nach ihrer Hand, krampfte die Finger in ihren Arm: „O Kind!“ —
Unbeschreiblich betrübt sah er sie an. Tropfen hingen an seinen Wimpern.
„Du — du bist mein liebes Kind!“ sagte er endlich aufatmend. Es war ihm leichter geworden.
Von dieser Zeit an sprach meines Wissens die Hausmutter nichts mehr davon, daß er sich in den Landtag wählen lassen soll. Nach zwei Tagen kam der Kulmbock nachfragen, ob der Adam es sich überlegt hätte.
Sie antwortete: „Es ist gescheiter, du redest gar nit mehr mit ihm. Schad’ um jedes Wort.“