Der Rocherl stand schnell und zornig auf.
„Mein lieber Konrad! Was ich schon gelitten hab’ um diese Hand, das ist nit zu zahlen. Und was ich noch werd’ leiden müssen! Glaub’s schon, daß es dich jetzt stiert. Daß mein ganzes Leben verspielt ist! — Steck du dein Geld nur wieder ein.“
Er ließ den Jäger sitzen und ging rasch ins Haus.
Jener hat noch eine Weile hergeblickt auf dieses Haus, ist dann durch die Hoflücke hinaus und über die Matte davongegangen.
Also habe ich gesehen, daß unser Rocherl der Sohn seiner Mutter ist. Wenn die Herren vom Walde glauben, hinterher mit Geld alles gut machen zu können — bei den Leuten im Adamshaus kommen sie schlecht damit an. Hier gilt nicht jedes Geld. —
Habe ich dir schon geschrieben, daß statt meines spröden Adams der Kulmbock zum Landboten gewählt worden ist? Seine Antrittsrede beim Kirchenwirt war kurz, aber stark: „Na, die sollen sich g’freuen! Wenn ich einmal anheb’! An mir kommt keiner vorbei! Wenn sie glauben, die Herrschaften, daß sie mich mit dem Viehsalz abfüttern werden! Na, gute Nacht. Mit mir werden sie nit viel zu lachen haben. Die Schlamperei muß ein Ende nehmen. Bei mir, wenn sie verhandeln wollen, kommen sie an den Unrechten. Daß sie’s nur wissen. Schuhnägel friß ich nit!“
Das ist der derbe, klobige Kulmbock. Wir werden uns auf was Großartiges gefaßt zu machen haben bei diesem Abgeordneten. Schuhnägel frißt er nit! Der geht auf keine Kompromisse ein. Ja, Freund, wir schicken einen Wilden. Einen Urkerl aus der Waldbergscholle. —
Muß dir noch mitteilen, daß ich nächstens auf eine Woche delogiert werde. Schlafen muß ich dann in der Heuscheuer, wo es nicht übel ist und keine Stadtdame hat das aromatische Boudoir, wie Hansel der Knecht. In meine Apartements nächst den Ochsen wird der Michelmensch einziehen. Das ist ein doppelter, sagt der Rocherl, besteht aus dem Michel und der Michelin, und zusammen werden sie der Michelmensch geheißen.
Das alles ist so wunderlich und schwer ins „Milieu“ zu bringen. Ich habe einen großen Gedanken. Komm’ im nächsten Sommer in den Almgai. Da ist es frischer und urwüchsiger als in Südtirol, wo dir ja ohnehin die Hitze nicht behagt. Beim Wirt in Hoisendorf fehlt dir nichts und die Ferienfaulenzerei kannst du dir noch damit versüßen, daß du, im Baumschatten hingelagert, dem Adamshauser-Knecht bei seiner Rackerei zuschaust und dabei eine Havanna schmauchest. Mußt ihrer aber selbst mitbringen, denn die hiesige Trafik führt nur — starken Towack.