„Um was geht’s denn?“ fragte nun der Schuster und brannte seine Pfeife an — wenn’s ein Plauderstündchen geben soll.

„Um was es geht?“ lachte der Fremde. „Euch Almgaiern muß man doch einmal die Schlafhaube vom Kopf nehmen beim Zipfel. Um was es geht, fragt er! — Der Nans in Hoisendorf da unten, der hat nicht lange gefragt, der hat’s bald begriffen, daß uns anders nicht mehr zu helfen ist alsdann. Uns allen, sage ich. Die Arbeiter, die Gewerbsleute, die Bauern — wir stehen zusammen!“

„Mir scheint, das ist einer von denen!“ sprach der Rocherl mit Bedeutung.

„Wohl, junger Mann und Großgrundbesitzer!“ rief der Fremde lustig. „Euch Bauern wird’s auch wohl thun, wenn wir einmal aufräumen mit dem alten Plunder. Sehen Sie, dort hinter dem Herd hocken so ein paar, die sich ihrer Tage lang geschunden haben wie ein Vieh und jetzt betteln gehen, dieweilen andere vom Schweiße des Bauers sich fett mästen!“

„Was sagt er?“ fragte der alte Einleger die seinige.

„Die Wahrheit sagt er!“ zischelte die Alte und zuckte ganz absonderlich mit den hageren Fäusten.

Der Fremde sprach weiter zum Rocherl: „Sie haben Unglück mit Ihrer Hand gehabt, hört man. Dieses Unglück kommt von den vornehmen Herren her, verstehen Sie? Wir wollen es einmal umwenden. Schriften habe ich mit. Sind schön zu lesen.“

Er packte Hefte aus und wollte sie verteilen. Die ihre Hand davor zurückzogen, denen legte er sie auf den Tisch hin.

„Wir haben eh zu lesen,“ sagte der Hausvater und warf von der Wandleiste die alte Hauspostille ziemlich heftig auf den Tisch.