Sammel.“

So ein Brief da!

Aber der Fok war nicht einmal sehr überrascht. Er gewann Achtung vor dem Burschen. Was der Sammel wollte — war es nicht ganz ehrenwerth? Die reichsten Leute thun’s, Vernunftheirat nennen sie’s. — Die Armen haben um so mehr Grund dazu. Eine mit Geld!

Anders ging’s dem Liebhaber. Der war dem Schulbuben eine lange Strecke nachgelaufen, um ihm den Brief wieder abzunehmen. Der Knabe aber meinte, der Sammel wolle den Botenlohn wieder zurück haben; er lief daher, was er konnte, um sich und den Botengroschen in Sicherheit und das Schreiben an den rechten Mann zu bringen. Der Grabenbursche war nun in Verzweiflung; denn plötzlich war ihm jetzt das — was man Herz nennt — rebellisch geworden und rief: Jetzt hast Alles verdorben. Ist mir die Marianka hin, so lauf’ ich Dir auch davon, häng’ Du an meinerstatt den Geldbeutel in die Brust!

Den Geldbeutel? Die Silberlinge?

In einer Mondnacht ging der Sammel hinauf zur Söllertanne, grub den Topf aus, zählte die Münzen, ob er’s denn wagen dürfe, mit ihnen den kostspieligen Ehestand anzutreten. Jammerschade wär’s wohl um dieses schöne Geld! — Er grub es noch tiefer ein und murmelte: „Wird’s wie der Will’, ihr bleibt da drin liegen. — Ich hab’ zwei Hände, sie hat zwei Hände, sind deren vier, der Mägen dieweilen nur zwei. Mit Gotteshilf’ dürft’s gehen auch ohne Topf.“ —

Freilich hat er nicht bedacht, daß Tannenbäume Ohren haben können, insonderheit wenn Pechschaber sitzen im Geäste. Pechschaber, die in der Nacht schaben, weil es ihnen beim Tag nicht immer erlaubt ist.

Zur selbigen Zeit — er wurde gesehen — ging der Fok einmal wie gewöhnlich mit seinem Pechsack aus — und hatte auch eine großmächtige Kraue bei sich.