Einige Tage nachher war er gestorben, war todt gefunden worden draußen im Walde und auf der Bahre heimgetragen und begraben.

Gestorben, begraben — und von dieser Zeit an blieb das Jahrgeld aus. Der Fok hatte nichts hinterlassen, als die Bretterhütte, die armselige Schnapsbrennerstätte und ein paar alte Plutzer.

Da dachte der Sammel: Wie gut es ist, wenn man sein Erspartes hat! Jetzt will ich meinem braven Weibe die Freude machen.

Und eines Abends nahm er den Spaten und den Korb und sagte zu ihr: „Also jetzt geh’ ich!“

„Wo willst denn heut noch hin?“

Da war er schon davon. In der Vollmondnacht ging er zur Söllertann’, warf den Steinhaufen auseinander, grub die Erde auf — sie lag nicht allzufest, doch gab’s ein schweres Stück Arbeit. Schon klang der Finkenschlag aus der Tanne und der Sammel war noch immer nicht beim Topf. Er verdoppelte seine Hast, bohrte tiefer und tiefer — und wenn er durch die ganze Weltkugel ein Loch graben muß — der Sakermenter wußte, daß sie rund ist — er giebt’s nicht auf, bis er den Schatz gefunden. Endlich, als über dem fernen Waldessaum das Morgenroth glühte, war der Schatz erreicht.

Dieser fand sich gut verwahrt und mit Harz verklebt, aber als ihn der Sammel hob, war er schreckhaft leicht. Mit zitternder Hand riß er den Deckel herab, und siehe — siehe — alles Silber war dahin.

Hingegen aber!

Hingegen lagen im Topfe nagelneue Banknoten — nagelneue, die erst vor wenigen Monaten in Umlauf gekommen waren. — Und als sie der Sammel in wirrer Aufregung zählte und wieder zählte, da gaben sie eine bedeutend höhere Summe, als jene des Silbers gewesen war. Und tief unten auf dem Boden des Topfes lag ein beschriebener Zettel: