„Mußt mir schon verzeihen, Schwiegersohn, daß ich von den Jahreszinsen Deines eigenen Geldes die Aussteuer meiner Tochter bestritten habe. Ich selbst bin arm wie eine Kirchenmaus, und Euch Zwei hätte ich doch gern glücklich gesehen. Ganz sind die Zinsen darauf nicht hingegangen, den Rest lege ich hier in den Topf zum Capital, das durch den Austausch des Silbers um’s Papier selbst eine größere Ziffer bekommen hat. Der Topf ist neun Jahre lang leer gewesen. Ich hätte anstatt der Banknoten auch das Sparkassebüchel hineinlegen können, aber Du weißt etwan gar nicht, was das ist, und hättest es im Zorne können vertilgen. — Schwiegersohn, treib’s fort, wie ich’s getrieben habe, laß’ das Geld wachsen, es arbeitet für Dich und Deine Kinder, und sei nicht übel auf den alten Fok, der es gut mit Euch gemeint hat.“

„O, du alter, siebendoppelter Fuchs! Hast Du mich aber was zum Narren gehalten!“ brummte der Sammel, und in demselben Athem: „Na, vergelt’ Dir’s Gott, vergelt’ Dir’s Gott!“

Das Loch warf er mit Steinen voll; die Banknoten trug er heim zu seinem Weibe: „Siehst Du, daß ich mein Erspartes hab’!“

„Jeses und Josef, wie so denn?!“

„Verliehen war’s!“

Und hat sie in dem guten Glauben belassen, als wäre ihre Aussteuer die heilige Ersparniß ihres Vaters gewesen.

Wer heute freien mag, ich rathe ihm des Graben-Sammel’s älteste Tochter an, eine Brave, Saubere — Eine mit Geld!