„Wie der Will’,“ belehrte der Seelsorger, „mußt sie aufgeben, die schlechte Bekanntschaft, mußt schön in Ehrsamkeit leben.“
„Werd’s halt einmal probiren,“ versetzte der Andere und trat zurück.
Ein schwarzer und wildnarbiger Kohlenbrenner schritt herfür:
„Rechtschaffen bedanken muß ich mich für die scharf’ Predigt, hätt’ sie eh schon lang’ gern verjagt, meine Liebste; glaubt Ihr, es wär’ gegangen, das Biest? Jetzt aber kann ich ihr bei; dem hochwürdigen Herrn seine Sonntagspredigt halt’ ich ihr vor — da läuft sie zuweitest davon.“
Ein Holzhauer sagte: „Ganz lassen werd’ ich halt meine Kathel nicht können; ’s ist ein blutarm’ Ding; daß ich ihr des Sonntags ein Seidel zahl’, beim Kirchenwirth, ich sag’, ’s selb kann mir die christlich’ Nächstenlieb’ nit wehren.“
„Gewiß nicht,“ antwortete der Pfarrer, „wenn’s beim Seidel nur auch bleibt!“
„Und wär’s letztlich eine Halbe, weil ich auch mittrink’?“
„Ja, ja, aus der Halben wird eine Ganze!“ rief der Pfarrer, „bete mein Sohn, nach des Herrn Wort: Führ’ uns nicht in Versuchung!“
„Wohl, wohl,“ sagte der Holzhauer, „will schon fleißig beten.“