Das Mädchen deutete auf jenen der Schlummernden, der die grauenden Haare hatte. — „Was darf ich bringen?“
„Weckt ihn auf!“ gebot einer der Ankömmlinge.
„Wenn die Herren mit meinem Vater was zu schaffen haben,“ sagte die Walpa, „so müssen Sie wohl ein anderesmal kommen. Heut’ ist’s nichts, er ist ganz —“. Sie machte eine Geberde gegen die Stirne, anzeigend, daß der Mann heute nicht zurechnungsfähig wäre.
„Wiesenwirth!“ rief der Mann und legte den Stock auf den Tisch, „die Schätzungscommission ist da!“
Der Wirth pfusterte, hob ein wenig sein roth aufgedunsenes verschlafenes Gesicht, murmelte etwas, dann sank das Haupt wieder auf den Arm nieder.
„Lasset ihn,“ sagte ein Anderer, „wir haben ja Alles schon in dem Protokoll, wir wollen heute nur die Objecte mit Beschlag belegen. — Du, Mädchen, bist wohl die Tochter. Nimm die Schlüssel und komm mit uns. Auch ein Kerzenlicht brauchen wir.“
Die Walpa wußte schon, was es geschlagen. Die ganze kleine Wirthschaft war verschuldet. Wenn schlechte Zeiten sind, dann mag das Wirthstöchterlein den Gästen auf den Knieen hocken wie es will — es giebt nichts aus.
Die Gerichtsmänner durchstöberten Kisten und Kästen, Vorrathskammer und Keller, drückten überall das Amtssiegel auf und dann gingen sie ruhig wieder davon.
Da war es öde im Wirthshause, die Walpa saß auf der Ofenbank.