„Na, so bring’ was zu essen!“

„Ja, zu essen haben wir freilich auch nichts, das Mehlkastel und der Schmalztopf sind versiegelt. Wir sind fertige Bettelleut’.“

Jetzt wurde der Wiesenwirth nüchtern. Zuerst polterte er mit dem Mädchen, daß es Alles habe versiegeln lassen, dann fluchte er über das Gericht, über die Gläubiger und über die ganze Welt; schließlich fragte er, ob ein Strick noch im Hause wäre, er hänge sich auf.

Der Andere, der neben ihm erwacht war, lächelte hämisch und murmelte: „Bist ein verzagter Steffel, Du. Weißt ja, daß Du einen guten Freund hast. Ich bleib’ auch jetzt noch bei meinem Wort, und wenn Du ja sagst, Wirth, so reiß’ ich Dich auf eins zwei aus der Klemm’.“ Er fuhr mit der Hand in den Rock und riß eine bauschige Brusttasche aus dem Sack.

„Was hilft mein Jasagen, Du Tropf, wenn die Dirn nicht will!“

„Wenn die Dirn nicht will — nachher — — ist’s freilich was Anders,“ sagte der Rothhaarige und schob die Geldtasche wieder ein.

Der Wirth war aufgesprungen und hatte seine Tochter bei der Hand gefaßt. „Walpa,“ sagte er, „laß’ noch einmal mit Dir reden. Schau, zweiundzwanzig Jahr bist alt. Schöner wirst nimmer, stolz sein, das tragt’s Dir nicht, ’s selb’ magst mir schon glauben. Jetzt freilich noch hupfen Dir allerlei Mannerleut nach. Die werden Dich bald nicht mehr kennen. Nur zum Zeitvertreib bist ihnen gut, heiraten will Dich eh’ keiner. ’s wird Dich reuen, so viel Du Haar auf dem Kopf hast, wenn Du jetzt beim braven Seizmüller nicht ja sagst.“

Das Mädchen hielt die Schürze vor das Gesicht, und ja sagen vom Herzen, das könnt’ sie halt nimmer.

„Was willst denn anheben?“ fragte sie der Vater. „Vielleicht morgen schon kommen sie und werfen uns aus dem Haus. Du kommst, wenn’s gut geräth, in einen harten Bauerndienst; wirst nichts zu lachen haben dabei. Und Dein alter Vater geht mit dem Bettelsack um.“