„Nach der ihrem Glücke verlang’ ich nicht,“ sagte die Walpa.
„So sollt’s letztlich doch wahr sein, was die Leut’ reden?“ warf die Alte ein.
„Wüßt’ nicht, daß die Leute viel drüber thäten reden.“
„Daß der Müller so ein Wildling wär’! sagt man. Allerweil im Rausch. Soll’s denn wahr sein: das erste Weib hätt’ er erschlagen und dem zweiten Weib wollt’ er’s g’rad so machen. — Ich glaub’s schon! Vom Seizmüller glaub’ ich Alles, mit dem ist mein Hansel in die Schule gegangen und der weiß saubere Sachen zu erzählen. Ein durch und durch schlechter Mensch, der Müller. Die arme Haut, die Walpa!“
„Am besten wär’s, der lieb’ Herrgott thät’ sie zu sich nehmen,“ versetzte ein neu hinzugetretenes Weib mit einem Seufzer.
„Geh’, Närrisch!“ rief die Alte. „Die Walpa ist ja keinem Menschen im Weg auf der Welt, aber den Müller soll der leidig Teufel holen!“
„Verzeih’ Dir die Sünd’!“ fiel die Andere ein.
„Na, grimm’ Dich nicht. So eine Sünd’ wird der Herrgott gern verzeihen. Wenn’s Alles wahr ist, was die Leut’ sagen, wahrhaftig, so thät’ ich mir gar kein Gewissen d’raus machen, diesem Menschen was anzuthun.“
„Ich sag’, es soll Jeder Gott danken, dem’s besser geht,“ meinte die Walpa und eilte weiter.