Ein Aufschrei aus ihrer Brust. Es war ein Schreckruf; er hatte geglaubt, es wäre ein Schrei des Geständnisses gewesen. „Mein Geld ist weg!“ rief er, „sag’, Bestie, wo hast Du meine Brieftasche? Ah, jetzt weiß ich’s, die hast Du Dir gestern hinter der Wandlad’ versteckt, Du falscher Satan!“

„Mißhandle mich nur nicht, ich sage Dir Alles.“

Er ließ sie los: „So sag’ es!“

„Bei meinem Gott, Franz, von Deinem Geld weiß ich nichts.“

„Hexe, Dir will ich die Wahrheit noch herausziehen!“ Und sofort begann ein Auftritt, den der Erzähler nicht schildern kann.

Später, als Licht gemacht wurde, fand sich die Geldtasche auf der Bettdecke des Müllers, auf welche sie aus dem Rocksacke gefallen war.

Walpa kauerte in einem Winkel; sie klagte nicht, sie schluchzte nicht. Kein Mensch hat das schreckliche Beben ihres Herzens vernommen. — Vielleicht erwartete sie nun von ihrem Manne Abbitte. Dieser hatte sich wortlos aber pfusternd angekleidet und plötzlich sagte er: „Wer weiß es, kannst das Geld doch am Leib’ gehabt und mir dasselb’ nur so auf’s Bett hingeworfen haben. Dir trau ich nimmer. — Troll’ Dich jetzt, Du Kröte, und schau, daß ich mein Frühstück krieg’!“

Noch zwei Augenblicke war Walpa nach diesen Worten gekauert in ihrem Winkel. Dann erhob sie sich, richtete ihr Angesicht gegen die Decke des Zimmers empor und ging in die Küche hinaus. Sie war wieder die Emsige, und bald stand das Frühstück auf dem Tische. Walpa ging mit seltsamer Gelassenheit an weitere Arbeiten.