Der Müller, immer noch grollend, schnitt Brot in den Kaffee. Dann aß er und gab indessen durch kurze, hervorgestoßene Sätze Befehl, was während seiner Abwesenheit im Hause zu geschehen habe.

Plötzlich hielt er ein und sah seinen Löffel an. Dann starrte er in die schon halbgeleerte Schale und sog mit der Zunge an seinem Gaumen.

„Du, Walpa,“ sagte er hierauf, und seine Stimme war unsicher, fast weich, „Du Walpa, geh her da. Iß’ mit mir Kaffee: er ist übrigs genug für allzwei.“

Sie schichtete sein Bett auf, ging dann in die Vorstube und überhörte die Einladung.

Erregt, indem er sich mit der flachen Hand über die Stirne fuhr, stand der Müller vom Tische auf und sagte noch einmal in gedämpftem Tone: „Weib, verkost’ mir jetzt den Kaffee!“

Die Walpa stürzte zur Thüre hinaus.

„Herr Jesu! Herr Jesu Christ!“ schrie der Müller, „jetzt hat sie mich vergiftet! — Jetzt bin ich hin! — Du Weib — mußt mit mir!“

Hinaus raste er. Im Vorhause erfaßte er mit krampfhaft zuckenden Armen ein schweres Beil und stürzte damit der Fliehenden nach.

Die Walpa floh über den Hof, floh, an Stock und Pfeiler rennend, durch den Wagenflur, floh in die Mühle — der Müller in wüthender Hast, doch schwankend, ihr nach mit gezücktem Beil und schäumendem Mund. Um den Mehlkasten noch ging der Beiden rasender Lauf, da erreichte Walpa wieder die Thür, schlug diese hinter sich zu und stand im Freien. Noch hörte sie es, wie er innerhalb der Thür mit einem gräßlichen Schrei zusammenbrach.