Er führte sie in die Mühle und deutete im Dunkeln hinter der Thür zu Boden. Dort lag hart am Pfosten der Seizmüller starr und todt.
Die Leute hatten sich herangedrängt, um zu sehen, wie sich das Weib bei dem todten Gatten geberden werde. Jetzt blickten sie sich gegenseitig an. Walpa stand an der Leiche ohne ein Zeichen des Schmerzes, ohne ein Wort der Klage. Nicht einmal Ueberraschung war an ihr zu merken. In grauenhafter Ruhe stand sie vor dem Todten.
„Da kann er nicht liegen bleiben,“ sagte sie endlich, „die Leute sollen ihn in’s Haus hineintragen.“
„Nein,“ versetzte einer der Männer, „das darf nicht geschehen; wir müssen ihn liegen lassen, bis der Arzt und die Herren vom Bezirksgericht da sind.“
„Was wollen denn die?“ sagte die Walpa kalt, „daß er todt ist, das seht Ihr auch, und so hat man nichts weiter zu thun, als ihn zu begraben.“
Die Leute stutzten.
„Der liegt schon lang’ da hinter der Thür,“ bemerkte ein Bauer, „vielleicht seit Früh, da die Müllerin selber noch in der Mühl’ gewesen ist!“
„’leicht sieht sie ihren todten Mann jetzt nicht das erstemal,“ sagte ein Anderer.
„Das schaut seltsam aus.“
„Die zwei Leut’ sollen sich ja spinnefeind gewesen sein.“