Die Magd antwortete nicht, sie weinte, legte Moos und Erde auf die Brandwunden und schlug ihr Kopftuch um dieselben.

„Das ist ein großer Schaden für den Grübner, gelt?“ sagte der Mann.

„Nein, wie ist Dir denn das geschehen, Gregor?“

„Das da? Ich war ungeschickt, Vefa, und so ist beim Arbeiten ein brennender Ast auf mich gefallen. Zuerst hab’ ich gemeint, ich muß schreien vor Schmerz, und es ist mir heiß und kalt durch den Leib gegangen. Hab’ auch schon geglaubt, ich muß verbrennen hier, weil ich nicht weiter gehen hab’ können; aber da ist der Regen gekommen und hat das Feuer gedämpft. Vefa, dieser Regen war wohl gut, sonst wär’ der ganze Wald und das Dorf und Alles hin gewesen.“

„Gieb mir doch die Hand, Gregor, ich richte Dich auf und führe Dich heim.“

„Nein, laß die Hand da drin, das ist so kühl — hab’ mir sie ein bißchen stark verbrannt.“

„Aber so mußt Du sterben hier, Gregor!“

„Meinst Du? — Ach nein, wegen so was stirbt man nicht. Schau, sonst bin ich noch stark. Es freut mich auch, daß Du gekommen bist, Vefa. Du bist mir der liebste Mensch auf dieser Welt. Aber jetzt — heute ist es mir erst recht, daß wir nicht geheiratet haben; wenn es geschehen wäre, so wärst Du jetzt eine Bettlerin. — Ei, laß mich, es ist mir so heiß in der Brust — Vefa, wenn ich doch sterben müßte! — Bauer, wenn ich jetzt stürbe, das wäre bös für uns Beide. Schau, ich will Dir jetzt dienen, zehn, zwanzig Jahre, so lang’ ich lebe, und Du sollst mir keinen Kreuzer lohnen, bin schon so auch fleißig. Tag und Nacht werd’ ich arbeiten und Sonntags geh’ ich betteln vor die Kirchthür, daß Du mir auch keine Nahrung zu geben brauchst. Meine Hand darauf, Bauer!“

„Hilf uns die liebe Frau! Gregor, der Bauer ist ja gar nicht da!“