„Nach unserem Kopf fragt Ihr gewiß nicht, schon eher nach unserer Hand, die Euch das Brot erwerben soll; aber ganz gewiß und allemal und auf alle Weise sucht Ihr Das an uns, von dem Ihr nicht sprechen könnt, weil Ihr kein Wort wißt, das groß genug wäre, dies Euer Erstes und Letztes zu nennen.“

„Da gebe ich Dir schon Recht. Euch geht das, was Du meinst, blutwenig an, nur daß für Euch der Spaß dabei ist. Aber unser Glück und Unglück ist daran und was Ihr Lust habt, das müssen wir tausendfach leiden. Die Sünde, die an Euch hängt, müssen wir büßen mit Verderben und Sterben.“

„Glaub’s ja, glaub’s ja,“ beschwichtigte Anasti, „nur können wir nichts dafür. Ich verhoffe, Susi, daß Du mich nicht in’s Unglück stürzen wirst. Wenn es der Straßen an der Antlistanne wegen ist, so bist dabei Du so gut zu Theil gekommen, als wie ich.“

„Oh, viel besser noch!“ rief sie, „und just deswegen bist Du mein.“

„Was ich an Geld thun kann, deß will ich mich ja nicht entschlagen.“

„So!“ sagte sie, „eine Solche bin ich Dir? Oh nein, mein junger Mann, um Geld verkaufe ich Dich nicht. Zwar schätze ich Dich heute lange nicht mehr so hoch, wie einstmals, wo ich mich selber für Dich habe ausgespielt. Aber feil bist mir nicht. Von mir, mein Bübchen, kommst leicht nimmer los!“

„Du bist mir tausendmal verhaßt!“ schrie er.

„Das glaube ich! Wir wollen nur sehen, wer diesmal stärker ist, ich oder Du. Hast Du gemeint, ich wäre so Eine, wie die meisten Anderen — Du wirst gewiß Viele kennen — so bist in einem Irrthum. Haben will ich Dich einmal; ob ich Dich mit meinem Umarmen für mich lebendig mach’ oder erwürgen muß, das ist mir jetzt schon alleins.“

„Untersteh’ Dich, Dirn! Du kennst mich nicht!“ rief er, blaß im Gesicht und mit funkelndem Blick.