Er ging, aber nicht um Vorbereitungen zu treffen, sondern vielmehr um ein Hinderniß zu beseitigen, wenn es nöthig sein sollte.

Wenn sie Wort hält und kommt, so ist jetzt die Zeit dazu. —

Er ging hinab gegen die Thalenge der „schmerzhaften Mutter“. Hier müßte sie kommen. — Hier vorbei darf sie nicht und wenn ich sie auf den Armen nach Wolfgang zurückschleppen muß. Ich will es noch einmal mit Güte probiren. Ist sie eine Schlange, so muß sie mit Verheißungen beschworen werden; ist sie ein Stein, so muß sie mit jener Gluth geschmolzen werden, der kein Weib widersteht. Ich setz’ Alles dran, daß sie still bleibt. Es ist schon fast Mittag vorbei; sie hat sich doch wohl besonnen. Sie ist besser, als sie thut: so wird sie auch für ihr Leben einen Freund an mir haben. —

In der Felsennische unter dem Bilde setzte er sich auf einen Haufen von geschlagenen Steinen. Er starrte hinüber in das jenseitige graue Gefelse, an welchem der Wasserstaub emporthaute von den Wellen des Scharnbaches, die unten zwischen den Wänden und Blöcken hin und her geworfen wurden.

Plötzlich schritt Suschen heran.

Er erhob sich rasch und vertrat ihr den Weg. So blieb sie stehen und blickte ihn höhnisch an.

„Das habe ich mir gedacht, daß dahier Einer auf mich warten wird,“ sagte sie. „Ich rathe Dir gut, Anasti, laß’ mich meinen Weg gehen!“

„Wenn Du zum Hof willst, so ist das Dein Weg nimmer!“

„Das will ich sehen!“ rief sie und hob eine Pistole.