Er wich einen Augenblick zurück. „So willst Du mir?“ zischte er und fiel wüthend über das Mädchen her. Der Schuß krachte. „Mein lieb’ Dirndl!“ schnaufte er und rang mit ihr.
„Stich mich nieder!“ stöhnte sie.
„Das brauch’ ich nicht. So ist’s besser!“ Und schleuderte sie mit einem wilden Satze über das Geländer.
Ein einziger Schlag unten im Gestein — und das Wasser brauste fort und fort. —
Anasti lief wegabwärts und dann den Hang hinan in’s Dickicht. Zwei Bauern schritten rasch heran.
„Da ist der Schuß gefallen und da ist Einer in’s Gebüsch gesprungen.“
„Blutspuren seh’ ich auch. Es ist was geschehen. Wir müssen den Wicht fangen.“
Anasti entkam. Sein Halstuch wand er um die blutende Hand, die der Schuß gestreift hatte, damit die rothen Tropfen seinen Pfad nicht verriethen. Aber er sah, daß Alles aus sei.
Im Waldhäuschen einer alten Muhme sprach er zu, schrie ihr einige Worte des Schreckens in’s Ohr, trennte mit einem Schnitte das Tragband von dem Holzkorbe der Alten — eilte damit davon.