Frieda, obwohl schier zu kurzathmig für eine einzige Silbe, fragte hundertmal des Tages, wie es dem Blasi gehe. — Dem ginge es schon besser. — Aber warum er nicht zu ihr herabkäme? — Das hätte ihm der Arzt bislang noch verboten.

Und er: „Was macht denn die Frieda, daß sie gar nicht zu mir kommt?“

— Sie dürfe jetzt nicht zu ihm, hieß es anfangs, sie sei ein junges Blut und könne die Krankheit leicht einathmen. —

„Ich meine allerweg — die hat sie schon eingeathmet.“

Da verleugneten sie es ihm nicht mehr: Allerdings sei sie auch bettlägerig, aber Gefahr sei gar keine — gar keine.

Einmal, mit geschlossenen Augen, sagte der Sandhauser: „Mir ist dem — Hans sein Spielwerk — immer so bekannt vorgekommen. Und hab’s doch nicht gewußt, was es ist. Jetzt weiß ich’s. Es ist eine Charfreitagsklapper.“

Am Abend des sechsten Tages der Krankheit hörte der Blasi auf zu sprechen. Die Wärter und die anderen Leute gingen rascheren Schrittes durch das Haus. Eine alte Magd eilte herunter in die große Stube zum Wandkasten, der nahe am Bette Frieda’s stand.

„Was suchst denn?“ fragte die Kranke.

„Jetzt hab’ ich gemeint, es wär’ der Theelöffel da drin,“ antwortete die Magd und erhaschte gleichzeitig im Kasten eine rothe Wachskerze, welche sie sofort in der Faust verbarg. Frieda hatte es doch bemerkt. „Was brauchst denn — jetzt die geweihte Kerze?“ fragte sie, und indem sie sich etwas aufrichtete, mit greller Stimme: „Du, sag’ mir’s — mein Mann stirbt!“