Die Wärterin suchte sie zu beruhigen; die Kranke sank zurück auf’s Kissen und hauchte: „Er wartet schon, bis ich auch mitgeh’.“

Und ihre Brust bebte heftig bei jedem Athemzug. —

Oben zündeten sie die Kerze an und gaben dieselbe dem Sterbenden in die Hand, der bewegungslos dalag.

Nachbarn und Verwandte kamen und fragten leisen Tones: „Sandhauser, kennst mich noch?“

Er neigte kaum bemerkbar das Haupt.

„Hättest noch ein Anliegen,“ sagten sie, „wir wollten Deinen letzten Wunsch gern vollführen.“

Er blickte sie halboffenen Auges betrübt an. Dann war es, als wollte er die Lippen bewegen, aber es waren nur die Stöße des Athmens.

„Leut’, hebt an zu beten!“ rief die Wärterin.

Da knieten sie nieder um das Lager, an den Stühlen und Schränken und beteten: „Vater unser!“

Die Flamme der Sterbekerze zuckte hin und her und warf ihren Schein auf die lehmblasse Stirn des jungen Mannes, auf welcher zahllose Tropfen standen.