„Ich will heiraten!“ sagte der Flori.
„So!“ antwortete die Mutter in einem merkwürdig kühlen Tone.
„Ich weiß Eine,“ fuhr der junge Mann fort, „und will nicht lange umziehen. In vierzehn Tagen kann Alles vorbei sein.“
Der Alte trommelte mit seinen steifen Fingern auf der Armstütze des Sessels. Endlich versetzte er, noch immer mit schläfriger Miene: „Darf man fragen, wer es ist?“
„Die Vrona. Die Stegbrunnerische Vrona.“
„So!“ sagte nun auch der Alte. Beide schwiegen und der Sohn begann nun seine Wahl mit kurzen Worten zu begründen, die Nothwendigkeit derselben klarzustellen, und der Gründe waren so triftige, daß er den eigentlichen, triftigsten gar nicht einmal anzuführen brauchte.
Die Mutter hatte dabei mehrmals mit dem Kopfe und mit der Hand gezuckt, als wollte sie Fliegen abwehren. Der Vater war starr, wie aus Lärchenholz geschnitzt, dagesessen, und als nun der Sohn ausgeredet hatte und sich anschickte, die Stube zu verlassen, sagte der Alte: „Bleib’ noch ein paar Augenblicke da bei uns, die Sache ist noch nicht ganz in der Richtigkeit.“ Dann stand er schwerfällig auf, stellte sich vor den Burschen, indem er sich auf den Sessel stützte, und begann nun Folgendes zu sagen:
„Mein lieber Flori! Du hast da etwas gesprochen, aber greif’ mit der Hand in die Luft hinein, ob das Wort noch wo herumfliegt. Wirst nichts mehr finden; ich find’ auch nichts. Ich will’s nicht gehört haben und hab’s nicht gehört. Solltest Du einmal heiraten wollen, so weißt, wen Du zuerst zu fragen hast. Deine Eltern, das brauchst nicht zu glauben, weil Du ’s lange schon erfahren hast, wollen Dein Bestes und werden Dir nicht just Die auferlegen, die Du am wenigsten magst, und Du bist gescheit und wirst nicht gerade die Eine aussuchen, die Deinen Eltern am wenigsten ansteht. — Jetzt kannst schon gehen, Flori.“
Der Flori ging aber nicht, sein Auge war wild und sein bebender Mund murmelte: „Soll das eine Antwort sein, Vater?“
„Frag’ wird’s keine sein!“ sagte der Alte.