„Das ist ja Alles nicht nöthig,“ meinte der Amtsbote, „fehlt die Unterschrift, so ist der Wisch ohnehin ungiltig.“
„Dann sind wir fertig!“
„Gefreut mich recht, daß wir in unseren alten Tagen noch so rüstig sind!“ sagte der Bote nicht ohne Spott und verließ die Stube.
Flori war blaß bis in den Mund hinein, sein Auge rollte wild; die Adern seiner Stirne schwollen an, seine Hände ballten sich zur Faust. Aber es geschah nichts, als daß die dumpfen Worte gesagt wurden: „Ich brauch’ Euch nicht. Gebe Gott, daß auch Ihr mich nicht braucht!“
Und Flori trat zu dieser Stunde das letztemal aus der Thüre seines Vaterhauses.
In wenigen Wochen war er Soldat. Ein halbes Jahr später stand er auf der Wacht inmitten der heißen Steinberge der Herzegowina.
Die alten Leute auf dem Schwandhof waren mürrisch und hinfällig. Eines Tages wurden ihnen zwei Dinge in’s Haus getragen: ein schwarzgesiegelter Brief und ein kleines Kind — ersterer kam aus Mostar von der Militärbehörde, letzteres vom Krankenbette der Stegbrunnerischen Vrona.
Beides blieb im Schwandhofe — es war ein Ende und ein Anfang.