Mit wildem Gestöhne stürzte Franz hin, mit bebenden Armen riß er ihr sinkendes Haupt empor. Sie hob noch das Augenlid und sagte leise: „Mein Franz — gelt — das Wildern — laßt sein?“
Er that einen rasenden Schwur, er ließe es sein.
Sie sagte nichts mehr. Noch ein Blick gegen ihr Kind — ein zitterndes Tröpflein in ihrem Auge — — dann war es starr und öde auf dem lieben, trautsamen Antlitz.
Die Enziane läutete still in der ruhsamen Nacht... Auf der Erde war sie nicht gehört, aber in den Himmeln hat diese Sterbeglocke geklungen.
Der Gang zur Mutter.
Die Säge stand still, das letzte Brett glitt über die Rutschbalken nieder. Es war Feierabend — Feierabend des Tages und Jahres — Sylvesterabend.
Wolfgang, der junge Sägemeister, stieg langsam von seiner Werkstatt nieder, und sah auf die weißen Bretter hin, auf welchen noch der Staub der Sägespäne lag, und dachte daran, was man Alles daraus machen könne: Tisch und Schrank, Bettstatt und Bank, Wiege und Schrein. — Wiege und Schrein! Am Sylvesterabend denkt sich so etwas gern, besonders, wenn man ein sinniger Kopf ist, wie der Wolfgang, ein altes mühseliges Mütterchen hat drüben in der Seegrub, und daheim ein süßes Weibchen, das der Herr gesegnet hat in den Tagen des Lenzes, als das erste Schwalbenpaar sich einheimste im Dachgiebel des kleinen Hauses an der Amster.