„Probiren wir’s und lassen einmal den Strick hinab,“ rieth Einer von den Dreien, „hängt sich kein Mensch an, so hängt sich der Schatz an.“
„Es kann sich aber auch der Teufel anhängen!“ gab der Zweite zu bedenken.
„Ich glaub’ an keinen Teufel!“ sagte der Eine.
„So?! Hast keine Religion und willst schatzgraben?“
Der Dritte sagte: „Ich glaub’ schon an einen, aber fürchten thu’ ich mich nicht vor ihm. Davor trag’ ich den Gertrudissegen in meine Pfaid genäht.“
So ließen sie den Strick hinab, und da sie merkten, daß unten etwas angelte, stemmten sie sich am festen Boden, daß sie nicht etwa durch den Schnee brächen — und zogen den Sägemeister Wolfgang von Amsterdorf aus der schreckbaren Schlucht.
Als der Wolfgang sah, er wäre befreit, sprang er viele Schritte weit vom Loch hintan und lachte.
Die Anderen fragten ihn, ob er den Schatz habe und bedeuteten, daß er in diesem Falle mit ihnen theilen müsse.
Es brauchte eine gute Weile, bis sie sich verständigten. Der Wolfgang war in der ganzen Gegend als ein gescheiter, respectirlicher Mann bekannt; sie glaubten seiner Darlegung, wie es ihm nicht eingefallen sei, eines Schatzes wegen in die Rabenschlucht zu steigen, sondern wie er sich auf dem Wege in die Seegrub dahin verirrt habe und hinabgestürzt sei. Und nun that einer der drei Männer das herrliche Wort: „Ein braver Mann ist auch ein Schatz, den haben wir gehoben, und jetzt gehen wir heim.“