Auch in diesen Tagen wurde der Bauer, wie es nach Neujahr immer zu geschehen pflegte, in das Steueramt beschieden. So traf er heute im Hofe Anordnungen für morgen, wenn er nach Hallwies gehe.

Crispin lauerte. Ein Gedanke stieg in ihm auf; vielleicht war der Gedanke nicht mehr so jung, vielleicht war er schon reif. — Wenn das da oben der Sündensteg ist, so muß er unter diesem Manne brechen, er muß brechen. — Der Bursche nahm eine Handsäge unter den Wettermantel und eilte damit durch den schneestöbernden Wald gegen die Natterklamm. Er kletterte an den Hängen hin, kroch unter den Steg hinein und sägte die beiden Balken von unten mehr als zu zwei Drittel durch.

„So,“ sagte er, „jetzt bist wieder der Sündensteg und wirst zur rechten Zeit brechen.“

Dann ging er vergnüglich dem Hofe zu.

Juliana hantirte in der Küche und sättigte das Feuer und bereitete das Abendmahl. Dabei war sie flink und heiter und sang in die Flammen hinein. Der finstere, stürmische Alte focht sie gar nicht an; — sie läßt’s ihn treiben, wie er’s treibt und thut ihre Obliegenheit. Der Alte ist eben nicht gescheit und wird schon kindisch. — Heute saß er neben ihr auf dem Herd und fettete seine Schuhe für den morgigen Gang. Er war heute fast wohl gelaunt und mochte das Singen leiden. Eigentlich mochte er das Mädchen, welches sang, auch leiden; Juliana war erwachsen, da fiel es dem Steghofer plötzlich ein, er wolle von nun an anders mit ihr umgehen. Aergeres konnte er diesem trotzigen Buben, dem Crispin, gar nicht anthun, als wenn er die Juliana heiratete.

„Julchen,“ sagte er und rieb emsig an dem Leder, „das Kochen, das kannst. Du wärst richtig eine tüchtige Steghoferin.“

„Kann schon sein,“ antwortete das Mädchen.

„Wirst ihn halt zusammenpacken müssen, den Steghofbauern. Was meinst?“

„Ist mir viel zu wüst. Und Soldat ist er auch noch.“

„Wer?“