„Nun, wer denn? Der Crispin.“
Der Alte beugte sich über den Herd, klopfte mit dem Zeigefinger auf die Brust und flüsterte: „Der Steghofer bin ich!“
„Freilich,“ antwortete der Crispin, der auf einmal in der Küche stand und so hoch war, daß sein Haupt in den Rauch hineinragte. Es war daher nicht zu sehen, welche Miene er zu seinem „Freilich“ gemacht hatte. Er hätte auflachen mögen, als er merkte, wie der Alte noch an’s Freien denke. Aber er hielt sich still, er wußte, der Tod schärfe schon die Sense.
„Morgen reden wir davon,“ sagte der Steghofer zum Mädchen.
„Morgen wird gutes Wetter sein,“ versetzte Crispin in gleichgiltigem Tone, „der Schnee ist steinhart gefroren.“
„Ist mir lieb,“ sagte der Alte, „so brauch’ ich keine Schneeleitern über den Waldsteig.“
„Laß’ mich auch zum Feuer, ich muß mir die Finger wärmen,“ murmelte der Soldat und drängte sich zwischen dem Mädchen und dem Alten zur Herdgluth.
In demselben Augenblicke knallte ein Schuß — gellte ein Schrei — klingelten die Scherben einer Fensterscheibe zu Boden.
Und in demselben Augenblicke eilte ein Mann vom Fenster weg durch die Nacht dahin. „Ist eingelöst!“ stöhnte er laut zum funkelnden Sternenhimmel auf, „das Jurament ist eingelöst!“ Die Schußwaffe schleuderte er weit von sich und floh in den finstern Wald, ohne Ziel und ohne Rast, gleich wie Einer, der es weiß, daß er sich trotz Allem den Herrgott doch zum Feinde gemacht hat.