„Wer hat Euch’s erzählt?“ fragte der Thürmer.

„Der Martin selber. O, Gott, der Valentin!“ riefen sie nun, „wie mag’s dem armen, jungen Mann ergangen sein. Der hat sich gewiß aus Verzweiflung das Leben genommen!“

„Nein!“ sagte der Pater Christof, „seid Ihr doch wunderliche Leute, kaum Ihr ihn von einer Schuld freisprecht, klagt Ihr ihn der andern an. Ein Mord — und der Selbstmord ist auch einer — läßt gar nicht besser, als ein Einbruch. So vertheidige ich den Valentin, er hat sich nicht umgebracht, er steht vor Euch.“


Stand vor ihnen und ging zur selben Stunde wieder von ihnen fort. Sein letztes Wort an die Leute von Münsterwald war die Bitte, dem Korbflechter Martin dieser vergangenen Geschichte wegen nichts Schlechtes nachzutragen — das freiwillige Geständniß hätte Alles gelöscht.

Der alte Thomas blieb auf seinem Thurme und blickte den abziehenden Priestern nach, so lange er sie sehen konnte.

Und als die Gestalten verschwunden waren, hob er sein feuchtes Auge gegen Himmel empor. — Dort soll ja für alle Gerechten und Büßer ein Wiedersehen und ewige Seligkeit sein.

Aga.