„Warum denn nicht?“ versetzte Dominicus, „Gebete sind Bausteine, Worte sind Werkzeuge; damit hat man das ganze Kloster gebaut. Auch Guardians werden daraus gemacht. Wir sind noch in den Zwanzigern, Freund; müßte doch der Teufel ein Ei in die Kutte legen, wenn’s Einer von uns nicht zur goldenen Kette brächte!“
„Golden, golden — wenn’s doch immer eine Kette bleibt,“ sagte Lorenz gedämpft. „Du, Domini, hast ein Klostertemperament, dem man sicherlich einmal den Prälatenmantel umhängen wird. Bei mir thut sich’s anders. Mein Vater wollte einen Priester zum Sohne haben, darum soll ich — Niemanden zum Sohne haben. Du kennst das Häusel am Rain und den jungen Kopf, der gern zum Fenster ausschaut.... Soll es. Jedermann rühmt das Stift und seine guten Weine.“
Dominicus sah, daß hier keine Entgegnung vonnöthen war; er hob das Haupt und blickte gegen die blauenden Felswände auf. Ueber denselben stand ein Reigen milchweißer, scharfgeränderter Wolken.
„Eine Stadt aus Elfenbein mit Thürmen und Zinnen,“ sagte er, „das himmlische Zion.“
„Ein mißrathenes Gleichniß, Freund, oder Du mußt leiden, daß morgen, heute noch, das himmlische Zion vergangen ist.“
„Bruder! Bruder!“ rief Dominicus, „gieb Acht auf Deinen heiligen Glauben!“
„Komm, Domini, wir wollen zum See hinab.“
„Und Menschen fischen?“
„Will schon trachten, daß Einer im Wasser ist.“
„Wie, Du wolltest —?“