„Baden.“
„Und nicht der Weiber achten, die am Waldrande gern Beeren pflücken? — Einen Stiftsprediger im See zu sehen, was würden sie dazu sagen?“
„Ich möchte wissen, woran sie den Stiftsgeistlichen erkennen sollen! Meinst Du, ich bade mich in der Kutte?“
„Lorenz, verzeihe, Du bist heute frivoler, als je,“ bemerkte Dominicus, machte aber ein Gesicht dazu, dem man es ansah, daß der Vorwurf nicht abschreckend wirken sollte.
„Steigen wir nur hinab,“ sagte Lorenz, „ich glaube, an der Rothen Wand ist ja eine Badestelle; laß sie uns aufsuchen. Mir ist heute, als wäre mir was angethan; ich trage so was Heißes in mir, es jagt mich, es entzückt mich, es brennt mich. Heute wäre mir kein Roß zu hoch!“
„Vielleicht bist Du vom Teufel besessen!“ sagte der Andere.
„Dann laß’ ich mir ihn einstweilen nicht austreiben, Domini!“ rief er und schlang seinen Arm um den Gefährten. „Es ist eine Lust auf dieser Welt!“
„Wenn ich’s redlich will sagen, ich verspür’ auch so was. Es muß heute in der Luft liegen.“
Sie wandelten fort durch den Wald, sie kamen durch dichtbewachsenen Hag aus Buchen- und Haselnußsträuchen, und sie wandten sich in das Dickicht hinein. Sie huschten dahin, schwammen gleichsam im weichen, schattigen Laub, und Dominicus äußerte: „Helfe mir Gott, aber ein wildes Thier zu sein, hätte erst auch sein Schönes!“