„Oh, bitte, Sie irren sich, wenn Sie glauben, daß ich meine Kunden nicht kenne. Jener Herr, dem ich keine Marke gab, wird seine Uhr persönlich holen.“

„Will Dir wer was herauslügen, Mali?“ brummte der Alte an seinem Pult.

„Aber sehen Sie mich doch nur an, Fräulein!“ sagte ich.

Sie sah mich an; „jener Herr trug lange dunkle Haare,“ bemerkte sie.

„Du ewiger Himmel, ich war ja beim Haarschneider!“ rief ich, doch der Alte schrie dazwischen: „Sie, Sie Abenteurer, Sie, wenn Sie nichts vorzuweisen haben, so haben Sie auch nichts zu holen. ’s ist die Polizei in der Nähe!“

„Aber Fräulein!“ flehte ich, den Alten vollständig ignorirend, „ich kann’s ja beweisen, daß ich es war, der die Uhr brachte und dem Sie keine Marke verabfolgten; — es war auch sonst noch Jemand da —“

„Du lieber Gott, wie viel Dutzend Jemande kommen des Tags über!“ lachte das Mädchen.

„Derselbe Jemand aber kam zur späten Abendstunde,“ sagte ich leise, „und möglich, daß er heute wieder kommt — Arthur heißt er!“ Damit that ich einen kurzen, aber vielsagenden Blick nach dem Alten.

Das Mädchen wurde einen Moment verlegen und meinte dann: „’s wird denn doch sein; Sie waren da; o, entschuldigen Sie, mein Herr, daß ich Sie nicht auf den ersten Augenblick — bitte, da ist Ihre Uhr, hoffe, daß sie jetzt ganz vortrefflich gehen wird!“

Ohne ein Wort zu sagen, zahlte ich die Kleinigkeit für die Reparatur. —