Der Halter lugte und lauerte, war überzeugt, sie hätten Studentenpulver bei sich. Dieses ist ein gezaubertes Schießpulver, das nicht knallt — für Wildschützen eine gute Sach’.

Stroche erhob sich nun einmal und ging hinaus in’s Gebüsch, wo Grußing im Brombeerlaub lag. „Du,“ flüsterte er zu diesem, „es geht prächtig, der Dummkopf ist allein zu Hause und er hat selber von dem Pulver angefangen. Puppe Dich eilig in Deinen Räuberstaat, schleiche dort auf die Felsbank, und pflück’ Erdbeeren so lange, bis ich vor der Hütte laut rufe: „Feuer!“ Dann wird der Hahn knacken und wie Du das hörst, so stürze zusammen — vergiß nicht drauf!“

Es war schon früher Alles verabredet gewesen, und so genügte die kurze Weisung, nach welcher Stroche sogleich wieder in’s Haus eilte. Darauf kam der Halter mit Ingwerbranntwein. Der Student blickte zum Fenster hinaus auf die gegenüberstehende Felswand.

Der Duckmichel hätte gern vom Studentenpulver gesprochen, man merkte es ihm an. Er redete so herum von Venedigerkapseln, deren Feuer den Schuß die doppelte Weite trägt; von Suchkugeln, die jenes Ziel — sei es wo immer — aufsuchen, an welches der Schütze beim Losdrücken denkt. Dann fragte er: was denn immer Neues in der Welt?

„Neues genug, aber nicht viel Gutes,“ sagte Stroche, auf die gewohnte Sprechart der Landleute eingehend. „Habt’s schon gehört, in der Kufsteinerfestung — der schwarze Hannes ist wieder ausgebrochen.“

„Soll’s doch wahr sein?“ rief der Halter, und blinzelnd: „Der braucht den Hörndlbuben (Bezeichnung für den Teufel).“

„Siehst Du, der Mann sagt’s auch!“ rief der eine Student dem andern zu. „Sakra, bei dem wär’ ein Geld zu verdienen!“

„Wieso das, mit Verlaub?“ fragte der Halter und machte einen langen Hals gegen den Sprecher, auf daß dieser das Ohr für die Antwort näher hätte.