„Ei!“ versetzte Stroche, „sind ja doch dreihundert Ducaten auf des Räubers Kopf gesetzt!“

Der Halter schlug einen Lacher: „Den einbringen! Da müßt’ Einer ein wenig mehr können, als Birnen sieden.“

„Na, mit gewöhnlichen Mitteln geht es nicht, das geb’ ich zu,“ sagte der Student, und zu seinem Genossen: „Aber das Aegyptische, das thät’s wohl!“

„Weil —“ meinte nun der Duckmichel angelegentlich, „weil wir schon davon reden, wie ist das, mit dem Aegyptischen?“

„Ja, guter Mann, das ist das Studentenpulver, von dem Ihr vorhin gesprochen habt,“ flüsterte Stroche geheimnißvoll, „nicht allein, daß dieses Pulver nicht kracht, Ihr wißt es ja: es löst an Anderen jede Hexerei auf. Kein Zweifel, der Hannes macht sich unsichtbar, macht sich schußfest — aber vor diesem Pulver“ — er deutete gegen seine Brusttasche — „ist Alles umsonst. Doch, sprechen wir von was Anderem. — Ich verwett’ meine arme Seele, wir haben gestern da unten bei Hüttau den schwarzen Hannes gesehen.“

„Na, seid mir aber so gut!“ hauchte der erschrockene Halter.

„Ganz nach der Beschreibung. Dieselbe Figur, dieselben kohlrabenschwarzen Haar’, derselbe Lodenkittel; und hinkt er nicht am linken Fuß?“

„Jesses, freilich, freilich!“ versetzte der Halter, „hat ihn a einmal ein Standar in’s Knie geschossen.“

„Punctum, er ist’s gewesen!“ rief der Student und schlug die Faust auf den Tisch. Dann faßte er in heller Freude den Genossen an beiden Rockflügeln: „Bruder, vielleicht gelingt’s uns, den Vogel abzuschießen. Jetzt bin ich aber tausendmal froh, daß ich eine Portion Pulver zu mir gesteckt hab’!“ Dann wieder zum Halter: „Na, wie geht’s immer, Vetter? Mitunter ein wenig wildern, was? Läßt sich denken, ein Gebirgsbewohner. Nu, ’s ist ja recht.“

„Wohl, wohl, aber —“ fuhr’s jetzt dem Manne heraus, „Studentenpulver thät Einer halt brauchen. Weil wir schon einmal dabei sind: die Herren haben ganz gewiß eines im Sack?!“