Der schlaue Student schwieg einen Augenblick. „Nu,“ sagte er dann, „etwelches trägt man schon bei sich, wenn auch nicht viel, ’s ist ein kostspielig Ding!“

„Allzuwenig,“ meinte nun der Halter, „wollt’ ich nicht hergeben dafür. Was thät’ der Schuß denn kosten?“

„Ist ja nichts für Euch,“ sagte Stroche mit der Hand abwehrend. „Der Schuß kostet einen Thaler.“

Jetzt gab der Halter nicht mehr nach, bis der Studiosus sein braunes Pulver, sorgsam in Papier gewickelt, hervorgezogen hatte. — „Es kann aber höchstens für acht oder zehn Schuß reichen.“ — Der Mann holte seine Geldtasche, feilschte eine Weile und murmelte dann: „’s wird die Herren nicht kränken, aber probiren möcht’ ich’s doch erst.“

„Das versteht sich,“ sagte der Student und sein Auge war durch’s Fenster auf die gegenüber liegende Felswand gerichtet.

„Bei Gott!“ flüsterte er, „jetzt wird mir die Sach’ schon verdächtig. Seht Ihr nichts dort? Schon eine Weile kriecht Euch im Gewände so eine Creatur herum, die — — ein Spitzbub will ich sein, wenn das nicht der leibhaftige schwarze Hannes ist!“

Die anderen Zwei sahen jetzt die Gestalt auch. Der ganze schwarze Kerl, wie er hinkt und sich duckt und späht — ’s ist der flüchtige Räuber.

„Der ist unser!“ knurrte Stroche mit leuchtendem Auge, „das ist einmal ein rechtes Ziel zur Prob’ für’s Pulver. Ich bitt’ Euch, Mann Gottes, einen Kugelstutzen!“

„Ah na,“ sagte der Duckmichel, „da schieß ich selber.“