Im Nachsommer des Jahres 1875 war’s, als eines Tages in einem steierischen Almwirthshause helle Verwunderung herrschte.
Der alte Fritz, der krumme, bucklige Botengeher, sonst ein gar ernsthafter Mann, hatte die Mär gebracht: „Die Naturforscher sind im Land!“
„Was?“ schrie Alles.
„Sie kommen gar auf die Alm.“
„Wer?“
„Sie rücken schon an.“
„Du heiliger Sanct Sebastiani!“ rief hierauf die hübsche Almwirthin und sog nach altem Brauch aus ihrem Pfeifchen, das zu ihrer heute schier vornehmen Aufgeputztheit freilich nicht recht passen wollte; aber sie hat’s einmal im Mund und wir können nichts machen. Um ihre rothen Lippen ist’s Schade, daß sie geräuchert werden. „Redlich wahr,“ rief sie, „es ist kein Fried’ auf der Welt. Eh’ vor Zeit ist alle fingerlang der Türk’ da. Nachher ist der Franzosenrummel g’wesen. D’rauf rücken gar die Preußen an, und jetzt wären auf einmal die — die — wie hast gesagt, wie heißt der Feind?“
„Du närrische Frau Wirthin, Du!“ rief der alte Botengeher, „das ist ja kein Feind nicht!“