»Ich sehe, daß du klug bist, mein Sohn. Doch dürftest du beruhigt sein, wenn ich dir meine, deine Geschichte, insoferne du sie nicht kennst, mitteile.«
»Die kümmert mich nicht und möchte für mich dabei kaum mehr Ehre herauskommen, als für Sie. Was? Sie haben ein schönes, armes Weib ins Unglück gebracht, damit wird's beginnen.«
»Ich habe sie versorgt.«
»Sie ist verachtet worden und zugrunde gegangen.«
»Weißt du's?«
»Das ist leicht wissen, weil es der gewöhnliche Gang ist. Und die Leichtsinnigsten kommen immer noch am billigsten.«
»Auch du wirst dich nicht zu beklagen haben.«
»O klagen, Papa! Lieber nehm' ich mir meinen Teil und schweige.«
»Schweigen, das glaube ich.«
»Ich könnte ja in der Tat eine Rührszene aufführen,« meinte nun der junge Mann, »und ausrufen: Tausendmal besser für mich, ein Bauer hätte mich auferzogen, als daß ich hin- und hergeworfen worden bin zwischen Dorf und Stadt, zwischen Schule und Kaserne, einmal Geld im Überfluß, einmal gar keins, verkommen, verdorben – verdorben!«