Da besann er sich nicht lange. Ein Tatentschluß. Vielleicht das erstemal im Leben. Er nahm eine Kohlenschaufel, die neben anderen verrosteten Geräten in einer Ecke lehnte, und ging, um draußen zwischen den Bäumen ein Grab zu graben.

Er grub und schaufelte mit Hast, aber der Moosboden war zähe, die Baumwurzeln waren hart und wollten nicht weichen. Erschöpft. Dieser Leib, dem er eine Million zum Fraß geworfen, vermochte nicht einmal eine Grube zu schaffen für ein armes Wesen, das seinetwegen gestorben war. Ohnmächtig an Seele und Leib, und nicht sterben können!

Erschreckt fuhr er auf. In der Hütte begann das Kind zu schreien. Es war erwacht, es war ihm nicht behaglich an der toten Brust.

Herr Kürbaum wankte hinein und hob das Kind auf. Die Mutter wollte es nicht lassen, ihre Arme schlangen sich starr um den Säugling. Aber als er das junge warme Leben nun an seiner Brust hielt, das Kind mit dem rosigen Antlitz, da ging eine Flut in sein Herz.


Noch in derselben Nacht ist er mit dem Kinde davongegangen. Ein verspäteter Jäger begegnete ihm, dem teilte er mit, daß in der Waldhütte ein Toter liege, der zu begraben sei.

Er selber mit dem Kinde fand nach langem Irren Herberge und Atzung in einem kleinen Hause, das an einem Steinbruche stand. Dort lebte ein betagtes Weib, das kurze Zeit früher ihren Mann und Ernährer durch den Tod verloren hatte. Der war Steinschläger und Kalkbrenner gewesen. Bei einem Steinsprengen durch Pulver war ihm ein Felsstück an das Haupt geflogen.

»Es ist halt so traurig in meinem Hause,« sagte die Witwe.